Instrumentendesinfektion - maschinell oder manuell?

Die Ansprüche an die Hygiene in der Zahnarztpraxis sind hoch - zu Recht:
Nur durch umfangreiche Hygienemaßnahmen können Sie sich und Ihre Patienten vor Infektionen schützen. Vor allem bei der Instrumentendesinfektion sind größte Sorgfalt und Gründlichkeit gefragt.

Bei der Instrumentenaufbereitung stehen zwei zugelassene Methoden zur Verfügung:
maschinell, mit einem Reinigungsautomaten/Thermodesinfektor, und
manuell, mit dem Eintauchdesinfektionsverfahren und anschließender Reinigung per Hand.

Manuelle Desinfektion – Sorgfalt muss sein:

Hier werden die Instrumente in einer mit Desinfektionsmittel gefüllten Wanne gesammelt. Nach der angegebenen Einwirkzeit werden sie mit Hilfe eines Bürstchens unter fließendem Wasser gereinigt. Wichtig: Genau die Anwendungskonzentration beachten und nicht die Einwirkzeit überschreiten, denn das kann die Funktion von Metallinstrumenten beeinträchtigen!
Verdünnungstabelle

Um Kalkablagerungen zu vermeiden, sollten die Instrumente anschließend mit destilliertem Wasser abgespült und getrocknet werden. Danach die Instrumente – wie nach der maschinellen Reinigung auch – gründlich auf Sauberkeit und Unversehrtheit kontrollieren! Anschließend können sie auch hier – je nach vorheriger Einstufung – freigegeben bzw. zur Sterilisation weitergeleitet werden.

Generell gilt:
Für das Eintauchdesinfektionsverfahren sollten nur Desinfektionsmittel verwendet werden, die nach den Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) und durch den Verbund für angewandte Hygiene (VAH) zertifiziert wurden. Die Desinfektionslösungen sollten täglich gewechselt werden, es sei denn, der Hersteller kann durch ein Gutachten nachweisen, dass die Wirksamkeit auch über einen längeren Zeitraum gegeben ist.
Die M+W Instrumentendesinfektion AF hat zum Beispiel eine Standzeit von maximal 14 Tagen – das Gutachten hierfür liegt vor. Bei sichtbaren Verschmutzungen, Verfärbungen oder Ablagerungen sollte die Lösung jedoch sofort gewechselt werden.

Maschinelle Desinfektion – schnell und sicher

Bei der maschinellen Desinfektion werden die Instrumente am Ende der Behandlung kontaminationsgeschützt vom Behandlungsplatz zum Aufbereitungsbereich transportiert. Die Reinigung, Desinfektion, Spülung und Trocknung im Reinigungsautomaten erfolgt gemäß Herstellerangabe. Nach Abschluss des Reinigungsvorgangs sollten die Instrumente gründlich auf Sauberkeit und Unversehrtheit geprüft werden. Anschließend können sie – je nach vorheriger Einstufung – freigegeben bzw. zur Sterilisation weitergeleitet werden.