Infektionsrisiko in der Zahnarztpraxis

Persönliche Schutzausrüstung ist nicht zu unterschätzen


KÖLN (BIERMANN) – Immer wieder treten neuartige Infektionskrankheiten wie zum Beispiel die Schweinegrippe auf, mit denen zahnmedizinische Fachangestellte aufgrund ihrer Patientenkontakte verstärkt in Berührung kommen. Doch wie können Sie sich schützen?

Viele Erreger werden über die Luft übertragen. In diesem Fall sind die Erreger an Tröpfchen bzw. Tröpfchenkerne gebunden. In den Tröpfchen können sowohl Viren als auch Bakterien oder Pilze gebunden sein, die Infektionen der Atemwege auslösen. Solange die infektiösen Partikel von einer Wasserhülle umgeben sind, landen sie schnell auf dem Boden. Doch die Wasserhülle verdampft sehr schnell. Sobald diese von den Tröpfchen verdampft ist, können sie auf Grund ihrer geringen Sedimentationsgeschwindigkeit als Schwebstoffe besonders lange in der Luft verweilen.

Bei zahnärztlichen Tätigkeiten wie bei der Arbeit mit dem Kühlspray oder Ultraschallanwendungen entstehen Aerosolwolken. Diese können Erreger in einem Umkreis von 2,5 bis zu 3,0 Metern übertragen. Deshalb müssen sich vor allem Behandler und ihre Assistenz in Zahnarztpraxen schützen – nicht nur bei Operationen, sondern auch bei allgemeinen zahnärztlichen Tätigkeiten, selbst bei Arbeiten außerhalb des Patientenmundes. Zudem können gelöste Materialreste aus den Zähnen ebenso wie Blut- und Speichelspritzer beim Behandler Schaden anrichten. Auch eine Gefährdung durch Legierungs- und Kunststoffstäubchen ist möglich. Schutz können Impfungen und ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS) bzw. partikelfiltrierende Halbmasken (FFP) bieten.

Allerdings bieten diese Masken keinen vollständigen Schutz. So ist es wichtig, den Atemschutz so dicht wie möglich aufzusetzen. Eine Lücke zwischen Maskenrahmen und Gesicht der Trägerin (Verpassungsleckage) kann die Gesamtleckage stark beeinflussen. Allein schon, wenn der Nasenbügel nicht angedrückt ist, wird die Schutzfunktion der Maske enorm vermindert.

Ist die Maske durch die eigene Atemluft durchfeuchtet, stellt sie ein Sicherheitsrisiko dar, da sie keinen hinreichenden Schutz mehr bietet. Daher sollte sie in diesem Fall gewechselt werden, wie Lars-Peter Boger vom Ausschuss für zahnärztliche Berufsausübung und Hygiene der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern in der aktuellen Ausgabe des Magazins „dens“ rät. Eine geringe Eigenbefeuchtung schränkt die Leistung der Maske hingegen vermutlich nicht ein.

Des Weiteren ist zu beachten, dass die Filtrationswirkung der Maske optimal sei sollte: Eine einfache Papiermaske bietet oft keinen ausreichenden Schutz, empfehlenswert ist ein mehrlagiges Filtermaterial. Durch geeignete Schulungen der Praxismitarbeiterinnen zu entsprechenden Absaugtechniken können beispielsweise Blut- und Speichelspritzer und somit das Infektionsrisiko reduziert werden. Geeignete Atemschutzmasken bleiben für den Selbstschutz der Mitarbeiterinnen jedoch unerlässlich.

Quellen: dens, 7-8 2011, S. 20-21

http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/aifa0296.pdf